Donald Trump wurde am 20.Januar um 12:00 als 45. Präsident der USA vereidigt.  Da die US-Präsidenten regelmäßig an diesem Datum und zu dieser Zeit vereidigt werden, bleibt der Aszendent im Widder und die Sonne in Steinbock in Haus 10 in jedem Antrittshoroskop bestehen.

Der Aszendentherrscher Mars befindet sich diesmal im zwölften Haus. Dies zeigt die Außenseiterrolle, die Donald Trump in vieler Hinsicht einnimmt. Es weist aber auch auf eine Schwächung der Regierung, und auf selbstgemachte (Haus 1) Probleme, welche die eigene Machtposition unterminieren können (Haus 12). Die Regierung könnte geneigt sein, eigene Absichten zu verbergen oder sich mit ihnen in eine Abseitsposition zu stellen (Haus 12).  Jupiter aspektiert zwar aus dem Zeichen gegenüber, aber dieser Aspekt ist ineffektiv, da sich Jupiter schon so gut wie im nächsten Zeichen Waage befindet und der exakte Aspekt lange nicht erreicht wird.

 

Trump 

Problematischer ist der Aspekt von Saturn, ein sehr exaktes rechtes Quadrat. Diese Kombination von Mars und Saturn (Herrscher von Haus 10) weist auf starke Spannungen und Auseinandersetzungen, welche die Regierung erschweren, und auf eine allgemein härtere Gangart in der politischen Agenda (Saturn ist Herrscher von 10 und 11). An sich ist die Position von Saturn in Haus 9 günstig für die Verwirklichung  politischer Vorhaben. Der genaue Aspekt von Mars und die Konjunktion mit Merkur (Herrscher von 3 und 6) allerdings lässt erwarten, dass es zu Missverständnissen und Querelen kommt.  Saturn und Merkur zusammen im neunten Haus sprechen von einer Gesinnung, die eher konservativ und opportunistisch ist, zumal Jupiter, der Signifikator des Dharma und Herrscher des neunten Hauses, sehr schwach gestellt ist. Dies könnte auch bedeuten, dass die Jurisdiktion und die Prinzipien, welche der Verfassung der USA zugrundeliegen, geschwächt oder gar missachtet werden. Der volle und fast genaue Aspekt des Mars auf Jupiter (nach westlicher Lesart ein Quinkunx) kann gedeutet werden als Angriff auf konstitutionelle oder auch religiöse Prinzipien und Institutionen.

Eine Regel aus der indischen Elektionsastrologie besagt, dass eine Regierung stabil bleibt (also ihre volle Amtszeit ausschöpft) wenn von den Herrschern von Haus 1 und Haus 10 der langsamere Planet in einem Eckhaus steht. Diese Regel – bzw. ihre Umkehrung - ist nicht ganz wörtlich zu nehmen, aber die Position des langsameren Herrschers (hier Saturn) im neunten Haus und ohne Hilfe von Wohltätern birgt zumindest die Gefahr, dass die Regierung Mühe haben wird, sich an der Macht zu halten. Ein anderer Aphorismus besagt, dass der Erfolg zunichte gemacht wird, wenn der Dispositor des Aszententherrschers in einem ungünstigen Haus steht. Dies ist in diesem Fall Jupiter, der wie gesagt sehr schwach und (noch) im sechsten Haus steht. Er ist außerdem Dispositor des Satur - dem Herrscher von Haus 10 - was diese Deutung noch unterstreicht.

Die Position des Jupiter in der Grenze des Saturn, im Zeichenwechsel  und unter dem Druck von Mars macht es schwer, den positiven Glauben zu halten und Erfolg zu haben. Der Übergang in das Zeichen Waage wird den Jupiter nicht sonderlich stärken. Interessant ist, dass Waage das siebte Haus ist und dort der Mond, Herrscher des vierten Hauses steht. Mit dem bevorstehenden Eintritt des Jupiter in das Zeichen Waage könnte also eher die Opposition gestärkt werden als die amtierende Regierung. Der volle Aspekt des Mars auf den Mond zeigt wiederum eine feindselige Haltung gegenüber der Opposition und eine Zuwendung zu den Bürgern, die aber nicht erwidert wird (einseitiger voller Aspekt des Mars auf den Mond). Dieser Aspekt des Mars fällt zudem in das siebte Haus, und tangiert also auch die Beziehungen zu anderen Ländern und Partnern.

Bei all dem scheinen die ökonomischen Perspektiven dieser Regierung nicht so schlecht zu sein. Venus als Herrscher von Haus 2 steht im elften Haus (Gewinne) und deren Dispositor im günstigen neunten Haus. Allerdings sorgt der Aspekt des Saturn auf Haus 11 auch für Anstrengungen, die unternommen werden müssen, um Wachstum zu erzielen. Ketu in Haus 11 gilt als ein Indikator für unerwartete oder ungewöhnliche Gewinne. Auch hier ist zu bedenken, dass der allgemeine Signifikator für Jupiter schwach steht und wirtschaftliche Erfolge zumindest bescheidener ausfallen lässt.

Der kommende Transit des Jupiter durch das Zeichen Waage ab September diesen Jahres bildet einen Aspekt zum elften Haus und zu Venus, und die Konjunktion zum Mond. Gleichzeitig ist Waage das elfte Haus der USA. Die Beziehungen mit Alliierten und Handelspartnern könnten dann – entgegen den aktuellen Befürchtungen - einen Aufschwung erfahren. Allerdings bedeutet das möglicherweise auch eine Zunahme des Interventionismus. Auf diesen Aspekt gehe ich weiter unten näher ein.

 

Vergleich mit dem USA-Horoskop

Der jetzige Eintritt des Saturn in das Zeichen Schütze ist für die USA besonders markant, befindet sich doch in diesem Zeichen der Aszendent der USA. Saturn in Haus 1 entspricht sehr gut der Forderung von Donald Trump nach mehr Protektionismus, und kann in der Tat eine zunehmende Abschottung bedeuten. Das Problem ist, dass Saturn gleichzeitig in die exakte Opposition zu Mars läuft. Es besteht also die Gefahr, dass diese Abschottung feindliche Reaktionen hervorruft und die internationalen Beziehungen verschlechtert. Es kann zu verhärteten Fronten bis hin zu einer militärischen Eskalation kommen, wenn nicht moderierende Kräfte für diplomatische Lösungen sorgen. Eine andere Facette dieses Transits ist die Abgrenzung gegenüber Migranten und anderen benachteiligten gesellschaftlichen Gruppierungen, da Mars im Horoskop der USA auch das zwölfte Haus beherrscht.

USA

Der Saturn-Transit würde für sich alleine noch nicht solch drastische Effekte hervorrufen. Es ergibt sich aber die besondere Situation, dass der Amtsantritt von Donald Trump eben diese Konstellation verschärft: Mars des Antrittshoroskops steht schließlich im exakten  Quadrat - einem vollen Aspekt -zum Radix-Mars der USA. Und in Donald Trumps Horoskop steht Mars nicht nur maximal dominant am Aszendenten, sondern auch sein Aszendentherrscher Sonne in enger Konjunktion mit dem Mars der USA. Trumps Persönlichkeit und Führungsstil neigen also dazu, aggressive Impulse der USA zu verstärken.

Ein dritter Faktor ist der dirigierte Aszendent der USA. Mit einer Uhrzeit von 18:20 für die USA, die sich anhand anderer geschichtlicher Ereignisse als stichhaltig erweist, wäre dieser dirigierte Aszendent im Begriff, das Quadrat des Radix-Mars zu erreichen. Es ergibt sich also eine gegenseitige Resonanz von Konstellationen in der Radix, im sekundär dirigierten Horoskop und im Antrittshoroskop, welche die Gefahr von inneren und äußeren gewaltsamen Konflikten erhöhen. Dabei kann es sein, dass solche Konflikte erst offen zutage treten, nachdem Saturn die Opposition zum Radix-Mars hinter sich gelassen hat, da Saturn zunächst eine Tendenz hat, Energien zu verdrängen oder einzudämmen (was letztlich den Druck erhöht). Saturn wird erst im November dieses Jahres die letzte Opposition zu Mars passieren.

USA Prog

Eine weitere bemerkenswerte Begebenheit im sekundär dirigierten Horoskop der USA ist die Station des Merkur, welche die Wahl von Donald Trump begleitet hat. Merkur ist der Herrscher des zehnten Hauses, sodass der nun direkt laufende Merkur auf lange Sicht einen offensiveren, weniger zurückhaltenden Auftritt der US-Regierung auf der weltpolitischen Bühne ankündigt. Da Merkur in den nächsten Jahren das Trigon zu Mars erreichen wird, ist damit zu rechnen, dass innerhalb der nächsten vier Jahre eine Zunahme der Rüstungsausgaben oder militärischer Aktivitäten erfolgt, wie schon Anfang der 80er Jahre geschehen, als der progressive Merkur das letzte Mal diese Position innehatte und Ronald Reagan an die Macht kam.

Die USA durchlaufen zur Zeit das Dasha/Bhukti von Rahu/Jupiter (von Sept 2016 bis Feb 2019). Jupiter als Herrscher des ersten Hauses im siebten Haus erklärt die Neigung der USA zum Interventionismus und zu einer expansiven Politik. Diese Veranlagung aktualisiert sich besonders in den Phasen des Jupiter. Interessant ist, dass der aktuelle Transit-Saturn dieser Tendenz entgegenwirkt. Es könnte aber sein, dass die USA in den kommenden Monaten und Jahren sich gezwungen sieht, verstärkt zu intervenieren, gerade um die Eigeninteressen und die eigene Sicherheit zu wahren. Das letze Mal, als dieses Dasha/Bhukti lief, fand der Spanisch-amerikanische Krieg statt, der zur Besetzung und Annexion von Puerto Rico und den Philippinen und zur Unabhängigkeit Kubas führte. Allgemein haben die Phasen von Jupiter bisher mehr Unruhe und die Zuspitzung von Konflikten gebracht, als man es von diesem Wohltäter erwarten würde.