Interaktive Online-Gruppe
*Supervision* :
Einstieg mit guten astrologischen Vorkenntnissen, jederzeit möglich!
*Supervision* :
Einstieg mit guten astrologischen Vorkenntnissen, jederzeit möglich!
Anmeldung
| Klassische Astrologie und Kabballah |
|
|
|
Seite 1 von 6 KLASSISCHE ASTROLOGIE UND KABBALLAH Klassische Astrologie Die klassische Astrologie im Sinne der hellenistischen Klassik ist Ausdruck eines epochalen kulturellen Synkretismus, der sich vor allem im Reich Alexanders des Großen vollzog. Die antiken Autoren berufen sich vor allem auf die chaldäische Überlieferung, aber auch auf ägyptische Lehren. Schon im sechsten Jahrhundert v.Chr. hatten die Perser ihr Reich bis zum Nil ausgedehnt, sodaß spätestens dann die mesopotamische Wissenschaft in Ägypten Einlaß gefunden haben dürfte. Die spätere Eingliederung in das alexandrinische Reich, und die Entstehung eines blühenden kulturellen Zentrums in Alexandria, prädestinierten diesen Ort zum Schmelztiegel mesopotamischer, griechischer und ägyptischer Weisheit. Diese ältere Überlieferung der Chaldäer und Ägypter wurde aber entscheidend von der griechischen Philosophie und der griechischen Astronomie mitgeprägt. Die klassische Astrologie war aufs innigste verbunden mit der Kosmologie und den damaligen geistig-religiösen Lehren, ja sie ist eigentlich ohne diese gar nicht zu verstehen. Dabei ist Astrologie nicht an eine bestimmte Konfession gebunden, sie behielt immer den Charakter einer Wissenschaft - im klassischen Sinne. Dazu gehörte aber auch, daß sie wesentlicher Bestandteil der geistig-religiösen Überlieferung war. Man kann sagen, Astrologie (inklusive den früheren Astralmythen und -kulten) gehört zur Urtradition schlechthin, zu jenem Kern religiöser Überlieferung, der letztlich auch Gegenstand einer modernen Geisteswissenschaft ist, oder sein sollte. Der hellenistische Synkretismus drückt sich besonders in den hermetischen Lehren und der Gnosis aus. Vor allem der Hermetismus bildet die wesentliche geistige Stömung, in welche die damalige Astrologie eingebettet war. Im Übrigen ist diese Strömung viel inniger mit dem Urchristentum verwoben, als der orthodoxe Christ zugeben mag. Diese Gnosis wird auch im Mittelalter fortentwickelt, und erfährt in Europa gerade auch im Spätmittelalter und in der Renaissance einen enormen Aufschwung. Es ist keineswegs Zufall, daß in Europa auch die Astrologie damals regelrecht wiederentdeckt wurde. Besonders im Mittelalter entfaltete sich auch die jüdische Kabballah. Sie versteht sich als Überlieferung und Einweihung in die Lehren der jüdischen Mystik und Religion. Die kabbalistischen Lehren haben aber einen so umfassenden und universellen Charakter, daß sie weit über die Grenzen der jüdischen Religion gewirkt hat. Zum einen gilt das jüdische Volk selbst als eines der Träger chaldäischer und ägyptischer Urweisheit, zum anderen integriert die Kabbalah pythagoreische, neoplatonische und hermetische Lehren. Daher ist sie bis heute eine der wesentlichen Referenzen innerhalb der westlichen geisteswissenschaftlichen Strömungen. Man kann aus der klassischen Philosophie und Gnosis heraus folgende Grundannahmen festhalten, welche das geistige Fundament der Astrologie bilden. 1. Prinzip der Entsprechung. Es gibt eine grundsätzliche Analogie und Sympathie zwischen den Himmelskörpern und den irdischen Dingen. Dabei werden die Himmelskörper als unvergänglich bzw. als Sitz göttlicher Mächte aufgefaßt, während die sublunare Welt dem Werden und Vergehen ausgesetzt ist. 2. Die Existenz einer Weltseele. Die Bewegungen der Sterne sind Zeichen für das irdische Geschehen; denn sowohl die Sterne wie das irdische Leben haben teil an der Weltseele, und stehen so in gegenseitiger sympathischer Beziehung. Schon in der Antike - insbesondere bei Ptolomäus - findet man eine Auffassung, die von einem eigenständigen, kausalen Einfluß der Sterne ausgeht. In dem Maße, wie diese Auffassung weiter entspiritualisiert wird, und in einem rein mechanistischen bzw. physikalistischen Erklärungsmodell mündet, trägt sie zum Niedergang der Astrologie bei. 3. Das Prinzip der Hierarchie. Nach der Lehre der Emanationen bilden auch die planetarischen Sphären hierarchisch geordnete Stufungen. Oder anders ausgedrückt, die Planeten sind sichtbare Manifestation geistiger Hierarchien. Viele Elemente des astrologischen Lehrgebäudes, wie die Struktur der Tierkreisregenten und die Lehre der Rezeptionen, sind vor diesem Hintergrund zu verstehen. 4. Das Prinzip der Vorsehung. Die Konstellation am Anfang einer Zeit - und dies gilt ebenso für die Geburt eines Menschen - ist für das Schicksal dieser Zeit oder dieses Lebens im oben genannten Sinne prägend. 5. Der Unterschied zwischen Vorsehung, Fatalität und freiem Willen. Nach hermetischer Lehre folgt die Vorsehung einer höheren Ordnung, sie folgt dem Logos, und verwirklicht sich über das Prinzip der Notwendigkeit, während die Fatalität nur den körperlichen Dingen anhaftet. Es ist zwischen Vorsehung und Fatalität zu unterscheiden. Die Gestirne sind Zeichen der Vorsehung, und erst durch die Verstrickung mit der konkreten Realität - die ihren eigenen kausalen Gesetzmäßigkeiten folgt - wird daraus Fatalität. Erst durch die genaue Kenntnis der "Natur der Sache" und ihrer Entsprechungen, auf die sich die Konstellation bezieht, ist eine Voraussage überhaupt möglich, aber auch eine angemessene, vorbeugende Korrektur der Bedingungen. Der Mensch ist prinzipiell frei in seinem Handeln, auch wenn dieses Konsequenzen nach sich zieht, die "zur vorgesehenen Zeit" schicksalhaft zum Ausdruck kommen. 6. Die doppelte bzw. dreifache Natur des Menschen. Der Mensch ist in seinem Werdegang insoweit an die Bewegung der Gestirne gebunden, als er an der sublunaren Welt der Elemente teilhat. Somit sind körperliche Eigenschaften, Konstitution, daraus sich ergebende Charakterzüge, Leidenschaften, sowie die Lebensbedingungen, in die er geboren wird und die er im Laufe seines Lebens vorfinden wird, in ihrem Wesen astrologisch determiniert. Der höhere Intellekt bzw. die höheren seelischen Funktionen sind davon frei. Deshalb ist Vernunft und Weisheit - als Philosophie, als Gnosis oder als Offenbarung verstanden - eine notwendige Voraussetzung für die eigene Emanzipation vom Schicksal. |
Publikationen

