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Das siebte Kapitel des Reshit Hokmah vom Meister Abraham Ibn Ezra PDF Drucken E-Mail
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Das siebte Kapitel des Reshit Hokmah vom Meister Abraham Ibn Ezra
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Der folgende Text ist eine Übersetzung des siebten Kapitels des ersten Buches "über die Urteile der Sterne" vom jüdischen Astrologen Abraham ibn Ezra.

Abraham ibn Ezra wurde 1089 in Tudela (in der Nähe von Saragossa) geboren, das damals noch zu den muslimischen Königtümern zählte und eine außergewöhnliche kulturelle und wissenschaftliche Blüte genoss. Es war eine Zeit großer Umbrüche. Die Almoraviden hatten begonnen, ihre fundamentalistische Reform in Al-Andalus (dem muslimischen Spanien) durchzusetzen, und die sprichwörtliche Toleranz und intellektuelle Liberalität der spanischen Muslime zu ersticken. Damit einher gingen die ersten Progrome gegen Juden in den muslimischen Reichen. 1115 vertrieb Alfons I von Aragón die Almoraviden aus Saragossa und gewährte seinen Bürgern eine für christliche Reiche ungewöhnliche Gleichberechtigung - im Gegensatz etwa zu Kastilien - die eine friedliche Koexistenz unterschiedlicher Kulturen und Religionsgemeinschaften garantierte.

Zu dieser Zeit war aber Ibn Ezra schon mit seinem Freund und Dichter Yehuda ha Levi aus Tudela ausgewandert. Er zog nach Granada, Sevilla und Córdoba, um schließlich nach Afrika überzusetzen, wo er Zeuge antijüdischer Progrome in Marrokko und - aus der Ferne - in Andalusien wurde. Mit seinem Sohn Yisqah startete er von da aus eine Pilgerfahrt ins Heilige Land.

1140 finden wir Ibn Ezra in Rom, wo er ca. fünf Jahre lebte. Während seiner Jahre in Italien schloss er seine bekannte Exegese über den Propheten Jesaja ab, entwickelte die Pisanischen Tafeln (Ephemeriden), und veröffentlichte mehrere Werke über Astronomie, Astrologie, Geometrie, Trigonometrie, sowie das Sefer Sahor über Grammatik.

Im Jahre 1148, zu einer Zeit, da in den christlichen Reichen zunehmend antisemitische Theorien und Progrome sich ausbreiteten, ließ sich Ibn Ezra in der Provence nieder, damals eines der kulturellen Hochburgen Europas. Die jüdischen Gemeinden in der Provence waren sehr stark, und beherbergten Vertreter unterschiedlichster Strömungen innerhalb des Judentums, von Traditionalisten über Kabbalisten bis zu radikalen Erneuerern.

Nach der Heirat von Leonor von Aquitanien und Heinrich Plantagenet, dem späteren König von England, entstand ein Reich, das die Länder auf beiden Seiten des Ärmelkanals vereinte, und in dem die höfische Kunst der Troubadouren und des Minnegesangs erblühte. In diesem Klima kultureller Öffnung zog Ibn Ezra 1158 nach England, wo er als "Meister Abraham, der erlauchteste unter den heutigen Philosophen" empfangen wurde. Er lebte in London und Winchester, wo er auch lehrte, und starb schließlich im Jahr 1165. Es ist aber bis heute ungewiss, wo er die letzten Lebensjahre verbrachte.

Die Zeit in Italien und in der Provence war diejenige größter Produktivität unseres Meisters. Seine biblischen Kommentare gehören bis heute zu den meist geschätzten Exegesen, und auch in der Mathematik leistete er Hervorragendes. In seinem  "Fundament der Zahl" (Yesod ha mispar) etwa überträgt er die arabischen Ziffern auf hebräische Buchstaben, und führt als erster jüdischer Autor den Kreis oder "galgal" als Zeichen ein - unsere heutige Null. Seine astronomischen Tafeln schließlich waren im Mittelalter sehr verbreitet, auch wenn uns leider keine Exemplare davon erhalten geblieben sind.

Wie aus einem Traktat über die Anwendung von Planetentafeln hervorgeht, legte Abraham ibn Ezra für astrologische Zwecke den siderischen Tierkreis zugrunde, während der tropische lediglich für astronomische Berechnungen benutzt wurde. Dies beschreibt er übrigens nicht als eine revolutionäre Erkenntnis, sondern vielmehr als eine Auffassung, die zu seiner Zeit allgemeiner Konsens war.